|
„Wie kommentieren wir eine Wassergebührenerhöhung von 30 Cent pro
Kubikmeter und wie erklären wir sie.“ So packte unser Gemeinderat Frieder
Flory das heiße Eisen an.
Natürlich gibt es genügend
Phraseologie!
-Andere vergleichbare Gemeinden stehen noch
schlechter da… -Im Vergleich nehmen wir einen guten Platz
ein… -Gemeinsam mit der Abwassergebühr liegen wir sogar noch besser im
Vergleich… -Verbrauchen wir mehr Wasser, wird der Kubikmeterpreis
günstiger… -Für den Durchschnittshaushalt ist es ja in der Summe nicht
viel und erträglich….
Alles richtig und dennoch falsch
gedacht!
Stagnierende, ja gar sinkende Einkommen und erhöhte Armut
in der Bundesrepublik Deutschland zeichnen ein anderes
Bild.
Richtig ist: Gebührenerhöhungen mag keiner, auch Gemeinderäte
nicht. Wenn Gemeinderäte dies dann trotzdem beschließen, dann deshalb, weil
es wirklich notwendig ist.
Als wir 2008 die Wassergebühr um 25 Cent
erhöhten, waren wir sicher etwas blauäugig. Der prognostizierte Verlust
war zu niedrig angesetzt.
Der Bedarf an
Rohrnetzunterhaltungsmaßnahmen und die notwendigen Erneuerungen vieler
Schieberkreuze verursachten einen enorm hohen Aufwand und im Ergebnis
einen erhöhten Verlustvortrag von EUR 480.000 Euro.
Wir mussten
handeln, haben gehandelt, und wir werden weiter handeln müssen, d.h. wir
haben weiterhin entsprechend hohe Kosten und die Aufgabe, den vorhandenen
Verlustvortrag moderat abzubauen. Gerne hätten wir dies auf drei Jahre
verteilt und auf der letzten Ratssitzung eine geringere Gebührenerhöhung
als Vorlage gesehen. Dies hätte mit Sicherheit aber das Problem nur
hinausgeschoben.
Wir erhoffen uns das Verständnis unserer
Sandhäuser Mitbürger, die sicher sein dürfen, dass diese Erhöhung außer
der gesetzlich erforderlichen Reduzierung des Verlustvortrages uns auch
die Möglichkeit gibt, ihnen die bestmögliche Wasserqualität aus dem
hygienisch bestmöglichen Rohrnetz zur Verfügung zu stellen.
Frieder
Flory
(Erstellt: 12.12.2008)
|
|
|