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Alle Jahre werden die Vorhaben unseres Gemeinwesens in Form eines
Haushaltsplans vom Gemeinderat beschlossen. In ihm wird zusammengefasst,
was mit den Einnahmen der Gemeinde geschieht, die sich im Großen und
Ganzen aus Steuern, Gebühren und Zuweisungen zusammensetzen.
Sorgen
bereitet in diesem Jahr sicherlich, ob sich die Finanz- und
Wirtschaftskrise auf unsere Kommune auswirkt. Nicht nur Gemeinderäte sind
in diesen Tagen verunsichert. „Können wir auch künftig unsere Aufgaben als
Kommune erledigen?“ fragte SPD-Fraktionssprecher Werner Berger ins
gemeinderätliche Rund. Müssen wir den Gürtel enger schnallen und dringend
notwendige Investitionen und Unterhaltungsmaßnahmen aussetzen und/oder
verschieben? Sind Schulen und Kindergärten für die Zukunft gerüstet? Wie
sieht es mit unserer Infrastruktur aus?
Eine zentrale Forderung der
SPD Fraktion war und ist es, sich stets antizyklisch zu verhalten, da ein
solches Vorgehen zu einer Verstetigung und Stabilisierung der
gesamtwirtschaftlichen Nachfrage beiträgt und damit den Betrieben und den
Beschäftigten dient. Darüber hinaus kann man in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten mit günstigeren Preisen rechnen, die den Haushalt auch noch
entlasten.
In diesem Jahr liegt das Volumen des Sandhäuser
Haushalts bei über 32 Millionen Euro. Das ist Rekord. Bei den Einnahmen
des Verwaltungshaushalts spielen in erster Linie der Anteil an der
Einkommenssteuer, die Schlüsselzuweisungen des Landes, die Grund- und
Gewerbesteuereinnahmen sowie die Gebühren die
Hauptrolle.
Steigenden Anteilen aus Einkommensteuer und
Ausgleichszahlungen stehen leider reduzierte Einnahmen aus Gewerbe- und
Umsatzsteuer gegenüber. Zur weiteren Finanzierung müssen
Grundstücksverkäufe herangezogen werden.
Gerade, um die
Einnahmesituation der Gemeinde zu verbessern, sind neue Betriebe und
Arbeitsplätze sowie der Erhalt der bestehenden von großer Bedeutung. Dies
bedarf unser aller Anstrengung. Die Verbesserungen der
Einkaufmöglichkeiten und der Gastronomie sind ebenfalls notwendig.
Besonders bei der Gastronomie besteht in Sandhausen erhöhter
Handlungsbedarf. Eine Steigerung der Aufenthaltsqualität im Ortskern
könnte einiges dazu beitragen. Das ein sich selbst unterstützender
Kreislauf! Der Erhalt der Dorfschänke als Treffpunkt der Vereine im Ort
liegt der SPD ebenfalls am Herzen.
Obwohl wir erfreulicherweise in
diesem Jahr keine Steuern und Gebühren erhöhen müssen, kommen wir ohne
neue Kreditaufnahme aus. Wir können in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
noch auf unser Erspartes zugreifen. Aber aus der Finanzplanung geht
bereits hervor, dass mit einer vollkommenen Aufzehrung der Rücklagen in
den nächsten Jahren zu rechnen ist. Im schlimmsten Fall müssen wir spätere
Haushalte, erstmals seit langer Zeit, mit Krediten finanzieren. Aber bis
dahin fließt noch viel Wasser den Leimbach hinunter.
Auf der
Ausgabenseite sind neben den Personalkosten, dem Verwaltungs- und
Betriebsaufwand auch die fast 7 Millionen Euro Umlagen an Land und Kreis
zu nennen.
Im Investitionsbereich sind die Baumaßnahmen der größte
Brocken. Aber zu lange wurde die energetische Sanierung des
Rathausgebäudes verschoben. Das führte bei explodierenden Energiekosten zu
einem steigenden „sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand“. Auch unsere
Schulen werden ständig saniert. In diesem Jahr sind besonders die
Verbesserung des Brandschutzes und die ebenfalls energetische Sanierung
der Theodor-Heuss-Grundschule zu erwähnen. Sowohl beim Rathaus als auch
bei der Grundschule hofft die SPD auf Zuschüsse aus dem kommunalen
Investitionsprogramm des Bundes, das erst letzte Woche beschlossen
wurde.
Das Rohrnetz für das Trinkwasser und das Kanalnetz für das
Abwasser sind in Sandhausen, wie in vielen anderen Gemeinden auch,
hochgradig sanierungsbedürftig. Die Erneuerung der Straßenbeläge und der
Gehwege kommt ein wenig zu kurz. Ein Ersatz an Wohnraum für die endlich
abgerissen Baracken muss ebenfalls geschaffen werden. Auch der immer älter
werdende Fuhrpark der Gemeinde erfordert Investitionen.
Ein für die
SPD Fraktion nicht akzeptabler Posten sind die erstmals geplanten 50.000
Euro für einen Sicherheitsdienst, der die öffentlichen Plätze in den
Abendstunden überwachen soll. Dies ist eindeutig eine Aufgabe der
Polizeibehörden und nicht einer Kommune. Hier wird nur Geld ausgegeben,
weil das Land seinen Verpflichtungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern
nicht nachkommt. Auch von rechtlicher Seite betrachtet, fehlt diesem
Sicherheitsdienst die Befugnis, um einzugreifen. Dies dürfen nur
Polizeibeamte. Dieses Geld sollte besser für ein tragfähiges oder
nachhaltiges Jugendkonzept verwendet werden.
(Fortsetzung
folgt)
Thomas Schulze
(Erstellt: 30.01.2009)
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