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Es soll in diesem Land Stimmen geben, die behaupten, ein funktionierender
Wettbewerb innerhalb einer Marktwirtschaft liefert das beste Ergebnis für
die Konsumenten, sprich Otto Normalbürger. Es ist die Aufgabe der
staatlichen Institutionen darüber zu wachen, dass der Markt funktioniert,
indem die Regeln eingehalten werden. Er tritt also ausschließlich
ordnungspolitisch auf. Die Chance für mehr Wettbewerb hat die Mehrheit des
Gemeinderats auf der letzten Sitzung leider verpasst. Die SPD konnte sich
mit ihrem Antrag, die Vergabe der Gemeinde-Nachrichten neu auszuschreiben,
nicht durchsetzen.
Was war vorausgegangen? Für uns von der SPD ist
eine Erhöhung der Bezugsgebühren der Gemeinde-Nachrichten seit 2004 um
98,2% ab dem 1.1.2010 nicht transparent. Sie wurde begründet mit zu hohen
Textanteilen, Papierkosten und Lohnkosten. Kann das eine Verdoppelung der
Bezugspreise innerhalb von 6 Jahren rechtfertigen? Wir finden nicht, zumal
uns Gemeinderäten detailliertes Zahlenmaterial nicht zur Verfügung
steht.
„Die Gemeinde-Nachrichten dienen der Information der Bürger
über Themen der Verwaltung, der Kindergärten, Kirchen, Vereine, Parteien
und vieles mehr“, so Werner Berger in seiner Stellungnahme zu diesem
Tagesordnungspunkt. „Nur aus diesem Grund beziehen die Bürger Sandhausens
unser Gemeindeblättel und nicht wegen des Anzeigenteils von fast 50%. Ein
hoher Textanteil ist damit der Garant für eine hohe Abonnentenzahl und
deshalb auch für ein hohes Anzeigenvolumen. Ein zu hoher Textanteil kann
also nicht als Rechtfertigung herhalten, da sich sonst die Maus in den
Schwanz beißen würde. Außerdem werden die Texte von den
Vereinsmitgliedern, Kindergärtnerinnen, Rathausangestellten und
Kirchenmitgliedern und nicht von Mitarbeitern des Verlags
geschrieben.“
Wenn die Steigerung der Personalkosten als Begründung
herangezogen wird, erscheint es doch mehr als zweifelhaft.
98%
Erhöhung in 6 Jahren, das entspricht einer durchschnittlichen Erhöhung von
über 16% jährlich. Wir waren der Meinung, dass eine Ausschreibung dieser
Leistung geeignet gewesen wäre, mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Das
Ergebnis hätte ja auch sein können, dass die Preise gerechtfertigt sind,
da es kein anderer Wettbewerber günstiger hinbekommt.
Thomas
Schulze
(Erstellt: 30.10.2009)
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