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Am Sonntag lud die SPD Sandhausen zum diesjährigen Neujahrsempfang ein.
Neben zahlreichen Gästen aus Gemeinderat, unserem Ortsverein, den
Ortsvereinen Walldorf und Leimen sowie der interessierten Bürgerschaft
durfte die SPD ihre diesjährige Rednerin, MdL Rosa Grünstein aus dem
Landtagswahlkreis Schwetzingen begrüßen. Für die musikalische Umrahmung
sorgte die 16-jährige Lisa Antritter aus Walldorf von der Musikschule
Südliche Bergstraße am Klavier.
Der Ortsvereinsvorsitzende Dr.
Matthias Horn begrüßte die Anwesenden mit einem Rückblick auf das Jahr
2009, ein Krisenjahr, das wir so schnell nicht vergessen werden, in dem
unsere Volkswirtschaft um 5% geschrumpft ist. Auch wenn die Bundesagentur
vermelden konnte, dass durch die Kurzarbeit 300.000 Arbeitsplätze erhalten
werden konnten, so darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele
Unternehmer nach wie vor mit großen finanziellen Problemen bis hin zur
drohenden Insolvenz zu kämpfen haben.
2009 war ein Jahr, in dem die
SPD eine bittere Wahlniederlage hinnehmen musste. Aber sie darf auch auf
grundlegende Erfolge der letzen 11 Jahre zurückblicken wie beispielsweise
die Einleitung der Energiewende, die Modernisierung der Familienpolitik
oder die Verhinderung einer deutschen Beteiligung an dem Krieg im Irak.
Andererseits muss man sich darüber im Klaren sein, dass eine Volkspartei,
die so ein dramatisches Wahlergebnis einfährt, sich von Grund auf erneuern
und eine neue Nähe zu den Menschen aufbauen muss. Das wird die große
Aufgabe der kommenden Jahre, der sich die SPD selbstbewusst stellen
muss.
Danach MdL Rosa Grünstein freute sich über die Gelegenheit,
zum Jahresbeginn ein paar Worte an ihren alten Ortsverein Sandhausen
richten zu können, in dem sie sich viele Jahre in die Ortspolitik
eingebracht und gemeinsam mit anderen diskutiert, gestritten und manches
bewegt hat.
2009 bleibt in Erinnerung als das Jahr des 60.
Geburtstags unseres Grundgesetzes und der ersten geglückten
Demokratiegründung in Deutschland, des 20. Jahrestages der friedlichen
Revolution in der DDR; aber auch das Jahr der großen globalen Finanz- und
Wirtschaftskrise. Nicht zuletzt war es ein Superwahljahr mit bedeutsamen
politischen Koordinatenverschiebungen. Ein Jahr, an dessen Ende aber auch
die großen Herausforderungen der Zukunft bleiben, wie z.B. der globale
Klimawandel, die dramatische Alterung unserer Gesellschaft und die
friedliche Lösung der schwelenden, friedensbedrohenden internationalen
Großkonflikte.
Rosa Grünstein versteht es als wesentlichen Teil
ihrer Arbeit, die Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, sich aktiv in den
demokratischen politischen Prozess einzubringen. Auch wenn manche
politischen Handlungen nicht leicht zu vermitteln sind – als Beispiel
nannte sie das Projekt „Stuttgart 21“, gegen das sie aus der Überzeugung
heraus gestimmt hat, dass sich bessere und schnellere Verbindungen nicht
über einen teuren Umbau eines Bahnhofs realisieren – so muss man sich
immer wieder darauf besinnen, dass es nur mit der Unterstützung der
Menschen aus dem Wahlkreis möglich ist, in der Politik etwas zu bewegen.
Auf Landesebene verfolgt die SPD in der mittelfristigen Finanzplanung den
Kurs einer Haushaltskonsolidierung. Über kurzfristige Einsparungen ist ein
Landeshaushalt nicht zu sanieren. Für 2010 stehen zahlreiche Aufgaben zur
Realisierung an: Jeder der 44 Stadt- oder Landkreise soll im Laufe des
Jahres einen Pflegestützpunkt erhalten, die sechs bevölkerungsreichsten
bekommen sogar zwei davon. Die insgesamt 50 Stützpunkte sind als
Anlaufstelle für Pflegebedürftige und deren Angehörige bei allen Fragen
rund um das Thema Pflege gedacht. Die Stellen werden zu zwei Dritteln von
den gesetzlichen Krankenkassen und zu einem Drittel von den Kommunen
finanziert. Pro Pflegestützpunkt werden Kosten von 80.000 Euro
veranschlagt. Das Land muss seine Aufgaben auch in schwierigen Zeiten
insbesondere im Bereich der Bildung und der Kinderbetreuung sowie beim
Abbau des dramatischen Sanierungsstaus bei der Infrastruktur wahrnehmen.
Denn was nützt ein rigoroser Sparkurs, wenn der Lernerfolg vieler
baden-württembergischer Schüler nicht gewährleistet ist, wenn junge Leute
bei ihrer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz wegen zu geringer
Schulbildung abgelehnt werden oder der Schulerfolg weiterhin vom
Geldbeutel der Eltern abhängt. Um Fortschritte bei seinen Schulen zu
erhalten, muss das Land investieren. Ähnlich verhält es sich bei den
Betreuungsplätzen, die ebenfalls mit zusätzlichen Mitteln des Landes
ausgebaut werden müssten, um familienfreundliche Arbeitsplätze zu
schaffen. Für den Doppelhaushalt 2010/2011 will die SPD-Fraktion deshalb
Mehrausgaben für den Ausbau von Kinderbetreuung und Ganztagesschulen sowie
zur Verbesserung der Unterrichtssituation finanzieren. Weiteres Ziel ist,
in den kommenden zwei Jahren sowohl den Einstieg in den beitragsfreien
Kindergarten zu erreichen, als auch Studiengebühren im Hochschulbereich
abzuschaffen. Für Langzeitarbeitslose müssen mehr
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen
werden, die die so genannten „1 Euro-Jobs“ ablösen.
Eine starke und
funktionierende kommunale Selbstverwaltung ist ein entscheidender Teil des
Erfolgsmodells Deutschland. Wer die Kommunen auf Dauer mit den Problemen
allein lässt und damit für die Infrastruktur, Bildung und Integration
nicht genug leisten lässt, gefährdet dieses Erfolgsmodell.
Andrea
Hilbert
(Erstellt: 05.02.2010)
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