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SPD in der Region hat zwei „Menschen für Europa“

 


 
 
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Etwas eng wurde es an den Tischen im Gesellschaftshaus Pfaffengrund schon, als fast 300 Vertreter der SPD-Kreisverbände Mannheim, Rhein-Neckar und Heidelberg zu einem gemeinsamen Europaparteitag zusammen kamen, unter ihnen auch einige Genossinnen und Genossen aus Sandhausen. Gar nicht eng wurde es hingegen für Stella Kirgiane-Efremidis aus Weinheim und den Mannheimer Peter Simon. Beide möchten im kommenden Jahr ins Europäische Parlament einziehen. Die regionalen SPD-Gliederungen unterstützten diese Kandidatur einstimmig.

Ein „Europa der Menschen“ wünschten sich beide in ihren Reden und beiden haben daran in den letzten Jahren in unterschiedlichen Zusammenhängen gearbeitet. So war Peter Simon maßgeblicher Initiator und erster Leiter des Europabüros der Stadt Mannheim – einer Einrichtung, die bei ihrer Gründung 1997 fast einzigartig in der Republik war. Kein Wunder, dass auch der Deutsche Städtetag auf den Juristen aufmerksam wurde. Dort ist er in der Arbeitsgemeinschaft der Europakoordinatoren aktiv und war 2002 als Vertreter der deutschen Städten und Gemeinden an der Ausarbeitung der Europäischen Verfassung beteiligt. Heute leitet er die Wirtschaftsförderung der Metropolregion Rhein-Neckar, auch dies ein Projekt, dass es ohne die EU in dieser Form kaum gäbe. Doch machte Simon auch klar, dass ihm Europa mehr bedeutet als Wirtschaft und Verwaltung. „Die Europäische Einigung ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte der Demokratie und des Friedens“, dies müsse man in der Öffentlichkeit immer wieder betonen. Außerdem wolle er an dem Ausbau des „sozialen Gesichts“ der EU mitwirken und soziale Grundrechte und Mindeststandards europaweit verwirklichen. Dies sei eine angemessen Reaktion auf die Ängste vieler Bürger, wie sie bei den Volksabstimmungen zu den Verträgen immer wieder zum Ausdruck kommen.

Stella Kirgiane-Efremidis hatte schnell erklärt, wie sie zur Europapolitik kam: Geboren in Thessaloniki, aufgewachsen in Deutschland, Rückkehr in ihre Geburtsstadt, wo sie als Journalistin einer griechischen Zeitung arbeitete, schließlich der Aufbau eines Familienbetriebes in Weinheim, wo sie und ihr Mann ein Restaurant führen. „Ich habe schon immer in verschiedenen Sprachen und Kulturen gelebt und kenne die Chancen und die Schwierigkeiten.“ Kein Wunder also, dass Sie sich in verschiedenen Verbänden aber auch zahlreichen Vor-Ort-Projekten für kulturellen Austausch und die Integration von Migranten engagierte. Ihren künftigen Wahlkampf möchte Sie unter das Motto „Voneinander lernen“ stellen. Die Mitgliedsstaaten der EU böten eine umfassende Sammlung an politischen Erfahrungen von denen alle profitieren könnten. So sei Deutschland etwa hervorragend in der Umweltpolitik und erneuerbaren Energien, in Sachen Gleichstellungs- und Bildungspolitik könne es hingegen noch einiges von seinen Nachbarn lernen. „Solche Lern- und Austauschprozesse kann die EU ruhig noch mutiger anstoßen und steuern. Wir wollen doch gestalten statt verwalten.“

In die gleiche Kerbe schlug die frühere Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber, selbst ehemalige Europaabgeordnete, die zum Schluss der Versammlung sprach. „Europa kann nur so gut sein, wie die Menschen, die es gestalten. Das ist zu wichtig, um ein ‚Elefantenfriedhof‘ für ehemalige Ministerpräsidenten zu werden.“ Daher tue es gut zu sehen, dass die SPD zwei Kandidaten mit Elan und vielfältigen Erfahrungen gefunden habe.

Die endgültige Aufstellung der Wahllisten für die Europawahl erfolgt im Herbst 2008 auf Parteitagen der Landes- und Bundes-SPD, für die die SPD-Kreisverbände in Heidelberg ihre Delegierten wählten. Die SPD Rhein-Neckar ist mit insgesamt zehn Delegierten vertreten, darunter „ihre“ Kandidatin Stella Kirgiane-Efremidis und Kreisvorsitzender Dr. Lars Castellucci.

(Erstellt: 19.09.2008)