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An dieser Stelle möchten wir Sie an die besondere Bedeutung des 9. November
für die deutsche Geschichte erinnern.
Der 9. November hat im 20.
Jahrhundert maßgeblich Deutschlands Geschichte geprägt.
Beginnen
wir mit dem 9. November 1918. Der erste Weltkrieg tobte bereits mehr als 4
Jahre. Seit dem ersten Einsatz der Alliierten von sogenannten Tanks
(Panzer) im August 1918, war der Krieg für das Deutsche Kaiserreich nicht
mehr zu gewinnen. Dies erkannte auch die deutsche Generalität, die sich
noch schnell aus der Verantwortung zog und die Verantwortung für die
militärische Niederlage anderen in die Schuhe schob. Am 9.11.1918
verzichtete der deutsche Kaiser Wilhelm II auf seinen Thron, und der
Sozialdemokrat Philipp Scheidemann rief die erste deutsche Republik in
Berlin aus. Die Regierungsgeschäfte wurden dem Heidelberger
Sozialdemokraten Friedrich Ebert übertragen.
Doch von Anfang an
stand die sogenannte Weimarer Republik unter keinem guten Stern. Eine
antidemokratische Gesinnung wurde von einem Großteil der Bevölkerung nicht
verhehlt. Die Schuld an der Niederlage, die durch die Unterzeichnung des
Versailler Vertrags besiegelt wurde, wälzte man auf die Sozialdemokraten
ab, obwohl sie am wenigsten für den militärischen Zusammenbruch konnten.
Sie wurden die fortan als „Novemberverbrecher“ beschimpft.
Es
begann eine unruhige Zeit. Weil Deutschland den Reparationszahlungen nicht
nachkommen kann besetzen 1923 französische und belgische Truppen das
Ruhrgebiet. Die Reichsregierung ruft zum Generalstreik in den besetzten
Gebieten auf und finanziert diesen durch die Geldpresse. Was folgt ist die
größte Geldentwertung einer Währung der Weltgeschichte. Als die Inflation
ihren Höhepunkt erreicht, ist ein US Dollar die unglaubliche Summe von 4,2
Billionen Reichsmark wert. Das Trauma der Inflation wirkt bei den Deutschen
noch heute nach. In einer solch unruhgen Zeit verwundert es kaum, dass es
immer wieder zu Protesten, Unruhen und Aufständen kommt. Am 9. November
1923 versucht Adolf Hitler, der mittlerweile Vorsitzender der NSDAP
geworden war, in München mit seinem „Marsch auf die Feldherrnhalle“ zu
putschen und erklärt die Berliner Reichsregierung für abgesetzt. Der
Aufstand wird niedergeschlagen, Hitler kommt in Haft, in der er sein
Pamphlet „Mein Kampf“ verfasst. In ihm erliegt er einem Rassenwahn und
sieht in der Vernichtung der Juden die Lösung aller Probleme. Sein
Wahnsinn erreicht am 9. November 1938 einen vorläufigen Höhepunkt in der
sogenannten „Reichskristallnacht“. In dieser Nacht brennen in ganz
Deutschland die Synagogen und Geschäfte von Juden werden geplündert. Der
Wahnsinn geht weiter und steigert sich noch mit der versuchten Vernichtung
der Juden in den Konzentrationslagern. Erst mit dem Ende des zweiten
Weltkriegs endet dieses menschenverachtende Regime. Die
Hauptverantwortlichen entziehen sich durch feigen Selbstmord ihrer
Verantwortung. Der zweite Weltkrieg kostet mehr als 55 Millionen
Menschenleben, deren wir am Volkstrauertag am kommenden Sonntag gedenken
werden.
Ein Ergebnis des zweiten Weltkriegs war die 40-jährige
Teilung Deutschlands. Erst am 9. November 1989 konnte diese durch den
symbolischen Fall der Berliner Mauer überwunden werden. Viele von uns
haben die bewegenden Fernsehbilder noch im Kopf, wie in der damaligen DDR
Hunderttausende in Leipzig in den friedlichen „Montagsdemonstrationen“ auf
die Straße gingen und das damalige Regime der DDR in die Knie zwang. Diese
Revolution verlief größtenteils unblutig. Aber sie hätte ohne weiteres in
eine Welle der Gewalt umschlagen können, denn die Truppen standen bereits
Gewehr bei Fuß. Als dann am 9.11.1989 mit der Mauer „das größte Gefängnis
der Welt“ geöffnet wurde empfanden das viele als das bewegendste Ereignis,
dass sie erlebt haben. Bilder und Gefühle, die unvergesslich bleiben
werden.
(Erstellt: 07.11.2008)
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