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Nachdem Jenny Sandel ihr zweites Lied „Zombie“ von den „Cranberries“
gesungen hatte, ergriff unser Kandidat für die diesjährige Bundestagswahl,
Dr. Lars Castellucci, das Wort.
„Einiges ist in Unordnung geraten im
letzten Jahr.“ Nicht nur auf den unterschiedlichen Märkten, bemerkte
Castellucci mit Blick auf Hessen und nach Berlin auch in unserer Partei.
Aber Mitte bis Ende des Jahres hat die SPD sich zusammengerauft und einen
neuen alten Parteivorsitzen und einen Kanzlerkandidaten in Person von
Franz Müntefering und Frank Walter Steinmeier gefunden. Auch für die
Bundespräsidentenwahl sind wir mit Gesine Schwan bestens aufgestellt.
Besonders Gesine Schwan versucht die Menschen für Demokratie zu
begeistern. Alle paar Jahre gehen die Bürger des Landes zur Wahl und geben
ihre Stimme ab. Aber was ist mit der abgegebenen Stimme? Ist sie weg oder
gar verloren? „Demokratie beginnt beim Zuhören der Sorgen und Nöte der
Menschen in unserem Land“, so Castellucci.
Mit der Verabschiedung
des neuen Grundsatzprogramms der SPD, beschlossen in Hamburg, sind wir
nicht nur personell, sondern auch inhaltlich gut aufgestellt. „Ist es
nicht oft so, dass Vorschläge zunächst aus der roten Ecke kommen und
später auch bei anderen Parteien auftauchen und plötzlich mehrheitsfähig
werden?“
In den vergangenen Jahren musste man sich schon fast
entschuldigen, wenn man „sozial“ dachte. Wobei „sozial“ denken heißt,
gesamtgesellschaftlich verantwortungsbewusst zu denken und nicht nur eine
bestimmte Wählerschicht zu bedienen. Wir erleben eine Wiedergeburt der
Sozialdemokratie, denn die Idee der sozialen Marktwirtschaft hat wieder
Konjunktur auch im Mund von Neoliberalen. Das Soziale darf nicht nur
Anhängsel der Marktwirtschaft sein, das man herauskramt, wenn es gerade
passt.
Hätte man früher auf die Stimme der Sozialdemokratie gehört
und die Kapitalmärkte stärker reglementiert, wie von der SPD bereits im
Bundestagswahlkampf 1998 gefordert, wäre uns die Finanz- und
Wirtschaftskrise erspart geblieben.
Es gibt höhere Werte als
Profit, beispielsweise Wohlstand für möglichst viele Menschen. Eine
gerechte Ordnung stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den
Mittelpunkt. Wer sich anstrengt, soll auch seinen gerechten Anteil
erhalten. Eine gerechte Ordnung stellt den Markt nicht über den Staat,
denn es ist der Staat, der gegenwärtig handelt und nicht die
Wirtschaftsbosse. Dennoch muss auch der Staat das richtige Maß finden,
damit wir nicht auf Kosten künftiger Generationen leben.
Große
Hoffnung für den Frieden in der Welt verbinden wir alle mit dem neuen
amerikanischen Präsidenten. Wir verbinden mit ihm die Hoffnung, das
künftig die Vereinigten Staaten auf mehr Kooperation in der Welt setzen
und nicht mehr auf die Macht des Stärkeren.
Obwohl das Thema
Ordnung für Sozialdemokraten ein eher untypisches Thema ist, wäre es doch
schön, wenn wir am Ende des Jahres sagen können, dass dieses Jahr in
Ordnung war.
Nachdem Jenny Sandel ein weiteres Stück, dieses Mal
von Sinead o’Connor, vorgetragen hatte, war es eine angenehme Pflicht von
SPD Fraktionssprecher Werner Berger, die anwesenden Jubilare zu ehren. Für
sage und schreibe 50 Jahre in der SPD wurde der Ehrenbürger der Gemeinde
sowie Träger der Willy-Brandt-Medaille der SPD und des
Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, um nur zwei seiner
wichtigsten Ehrungen zu nennen, Martin Hambrecht ausgezeichnet. Für 25
Jahre treue SPD Mitgliedschaft wurde Gemeinderat Günter Köhler geehrt, der
unlängst mit der silbernen Ehrennadel des Gemeindetages ausgezeichnet
wurde.
Beide sind als Urgesteine der Sozialdemokratie in der
Gemeinde Sandhausen nicht wegzudenken. Beide waren bereit, sich in den
Dienst der Allgemeinheit zu stellen, weit über das eigene Wohl hinaus. Sie
übernahmen frühzeitig Verantwortung und leisteten anderen Menschen
Hilfestellung, wo immer dies gefordert war.
Nicht vergessen wollen
wir die weiteren Jubilare für ihre treue Mitgliedschaft von 40 Jahren,
Karl Knörzer, Edwin F. Schreyer und Willi Hüther. Ihre Ehrungen werden
nachgeholt werden.
Zum Abschluss des offiziellen Teils sang Jenny
Sandel noch „You’ve got a friend“ bevor die Anwesenden sich zum Sekt
begaben.
Thomas Schulze
(Erstellt: 23.01.2009)
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