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Ende einer Wohlfühlgemeinde

 


 
 
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Als Wohlfühlgemeinde titulieren manche Menschen vorwiegend Gemeinderäte unsere Gemeinde. Auch wir gehörten lange Zeit dazu. Diese Zeiten scheinen aber endgültig der Vergangenheit anzugehören. Wie kann man sich in einer Gemeinde wohlfühlen, die einen privaten Sicherheitsdienst beauftragen muss, um in den Abendstunden für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen?

Hintergrund ist die Berichterstattung der Rhein-Neckar-Zeitung über „schwarze Sheriffs“ in Sandhausen. Aufgeregte und besorgte Bürger, haben bei uns angerufen. Von neugierig gewordenen Kollegen am Arbeitsplatz sind wir angesprochen worden. Und Parteigenossen aus anderen Orten wollten wissen: „Was ist denn da los bei euch in Sandhausen? Man hat den Eindruck bei euch geht es zu wie in New Yorks East Harlem.“ Erschreckende Reaktionen wie wir finden, die so schnell wie möglich gerade gerückt werden müssen.

Wir von der SPD haben jedenfalls unmissverständlich klar gemacht, dass wir gegen einen solchen privaten Sicherheitsdienst für 50.000 Euro sind. Zum einen, weil das Bild der Gemeinde Sandhausen schon alleine durch die Ankündigung gelitten hat, aber auch, weil für innere Sicherheit in unserem Land immer noch die Polizei zuständig ist. Nur sie ist mit den notwendigen Rechten zum Eingreifen ausgestattet. Diese Aufgabe ist deshalb eindeutig Ländersache und keine Gemeindeaufgabe. Das Land baut Personal ab und lässt die Gemeinden im Stich. Gerne würden wir es sehen, dass sich der Landtagsabgeordneten unseres Wahlkreises für die Interessen der Kommunen stark macht.)

Es ist auch vollkommen unklar, was ein solcher Sicherheitsdienst bringen soll. Er hat nicht mehr Rechte als jeder normale Bürger auch. Nein das ist nicht unser Weg. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es immer wieder zu Ruhestörungen, Vermüllungen und auch zu Sachbeschädigungen kommt. Wir sehen aber in der Beauftragung eines Sicherheitsdienstes die Verhältnismäßigkeit der Mittel aus dem Gleichgewicht geraten. 50.000 Euro ist eine Menge Geld. Das Geld ist aber sinnvoller in die Jugendarbeit investiert. Wir setzen auf Dialog durch geschultes Personal. Wir unterstützen den Vorschlag einer Jugendversammlung, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Wir sind aber nicht der Meinung, dass man mit Kanonen auf Spatzen schießen muss.

Thomas Schulze

(Erstellt: 06.02.2009)