12.10.2026 in Politik
Vom 25. Bis zum 29. September führte uns der Gemeindeausflug gemeinsam mit Bürgermeister Hakan Günes und weiteren Mitgliedern des Gemeinderats wieder einmal nach Königswartha. Von unserer Seite waren Jonas Scheid, Thorsten Krämer, Jürgen Rüttinger und Moritz Konowalczyk mit dabei.
Seit 1990 verbindet unsere beiden Gemeinden eine enge Partnerschaft, die vor allem durch persönliche Begegnungen, gegenseitige Wertschätzung und gemeinsame Erlebnisse mit Leben erfüllt wird. Vor Ort erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm, bei dem natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.
Nach unserer Ankunft wurden wir von Bürgermeister Swen Nowotny und Vertretern der Gemeinde herzlich empfangen. Die Herzlichkeit und Offenheit, mit der wir aufgenommen wurden, zeigte uns einmal mehr, wie lebendig die Verbindung zwischen unseren beiden Gemeinden seit vielen Jahren ist.
Am ersten Tag stand zunächst die Wanderung zu den ortsnahen Karpfenteichen auf dem Programm. Der Karpfen ist nicht nur eine kulinarische Spezialität von Königswartha, sondern zugleich ein echtes Aushängeschild der Region. Dabei durfte eine fachmännische Führung durch die Anlage nicht fehlen, bei der wir von Fischwirtschaftsmeister Frank Langner einiges über die Karpfenteichwirtschaft erfahren konnten. Nach der Wanderung entlang der Teiche durften wir bei einem gemeinsamen Mittagessen geräucherten Karpfen probieren. Im Anschluss daran lernten wir bei einer Ortsbegehung zu Fuß Königswartha näher kennen und erhielten so interessante Einblicke in die Gemeinde und ihre Infrastruktur. Den Abend ließen wir gemeinsam mit Vertretern des ortsansässigen Kegelvereins bei einem geselligen Kegelabend ausklingen, an dem wir in gemischten Gruppen gegeneinander antraten.
Der zweite Tag führte uns schließlich in die Ortschaft Bad Muskau. Besonders beeindruckend waren dort das prachtvolle Schloss und der dazugehörige Fürst-Pückler-Park im Stile einer englischen Gartenanlage. Das Besondere daran war, dass sich der Park zwischen Deutschland und Polen erstreckt und die Staatsgrenze somit mitten durch die Parkanlage verläuft. Nach einem kurzen Abstecher zu Fuß nach Polen erreichten wir auf dem Rückweg das Schloss Muskau. Einst gehörte Bad Muskau zur Provinz Schlesien, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil an Polen überging. Im Park treffen Geschichte und Gegenwart unmittelbar aufeinander.
Anschließend ging es weiter zum Rhododendronpark in Kromlau. Zwischen Azaleen- und Rhododendronsträuchern konnten wir, versteckt im Wald, die Rakotzbrücke entdecken. Sie wurde 1866 von Hermann Friedrich Roetschke aus Findlingen und anderen Gesteinsblöcken errichtet und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen des Parks.
Danach fuhren wir weiter zum künstlich angelegten Bärwalder See. Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus eine beeindruckende Seenlandschaft, die zugleich als Naherholungsgebiet dient. Bis zur Wende bestimmte der Kohletagebau das Landschaftsbild. Der Abstecher zeigte uns eindrucksvoll, wie die Region in den vergangenen Jahrzehnten nach dem Ende des Tagebaus zu einem attraktiven Natur- und Erholungsraum umgestaltet wurde.
Am dritten Tag hieß es, von unseren Freunden aus Königswartha Abschied zu nehmen und die Rückfahrt nach Sandhausen anzutreten. Hinter uns lagen drei abwechslungsreiche Tage, die uns viele neue Eindrücke beschert hatten. Vor allem konnten wir zahlreiche schöne gemeinsame Stunden mit unseren Freunden erleben. Solche Begegnungen zeigen uns immer wieder, wie wertvoll diese Partnerschaft mit Königswartha ist.
Gerade in Zeiten aktueller Krisen und politischer Spannungen lebt eine solche Partnerschaft nicht allein von Vereinbarungen und offiziellen Treffen, sondern vor allem von den Menschen, die sie mit Herzlichkeit, Offenheit und persönlichem Engagement gestalten. Die seit 1990 bestehende Verbindung zwischen Sandhausen und Königswartha ist deshalb für uns weit mehr als eine formelle Partnerschaft. Sie ist gelebte Freundschaft und Zusammengehörigkeit.
Für die SPD Sandhausen: Jonas Scheid
29.03.2026 in Fraktion
Stellungnahme: Jonas Scheid
Gemeinderatssitzung, 23. März 2026
zu TOP5: Digitale Modellgemeinde
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Günes, verehrte Ratsmitglieder, verehrte Bürgerinnen und Bürger,
soeben haben wir von Frau Gellert den Sachstandsbericht zur Digitalisierungsstrategie dargelegt bekommen. Ohne Zweifel ist für uns klar, ohne digitale Angebote und Dienstleistungen ist heute nur noch wenig möglich und durchführbar. Wohlgemerkt Digitalisierung ist nicht erst seit heute in aller Munde und nicht mehr wegzudenken. In fast allen Bereichen des Lebens sind wir digital unterwegs.
Eine Vielzahl von Verwaltungsabläufen und Prozessvorgängen erfordern eine digitale Infrastruktur. Demzufolge ist es für uns von der SPD Fraktion nur folgerichtig, dass sich die Verwaltung dieser Herausforderung stellt und den Digitalisierungsprozess als eine vollumfängliche Zukunftsaufgabe versteht. So legt das vorliegende Strategiepapier zeitgemäße und zukunftsweisende Handlungsfelder fest, in denen digitales Verwaltungshandeln in nächster Zeit vollzogen und ausgebaut werden soll.
Das Strategiepapier fasst für die Kommunalplanung schließlich grundlegende Entwicklungsziele und Handlungsfelder als ein großes Ganzes zusammen, in denen Vorgänge koordiniert, bewerkstelligt und für die Einwohnerschaft ermöglicht werden sollen. Dadurch sollen diese Prozesse transparent und bürgernah offengelegt werden, um so Effizienz in der Verwaltungspraxis zu erreichen. Dadurch sollen diese zum festen Bestandteil des kommunalen Handelns werden, was wir nur unterstützen können.
Die digitale Verwaltungsarbeit verspricht uns nach dem Strategiepapier für die Sandhäuser Einwohnerschaft vielseitige Vorteile. Ob es um einen digitalen Bürgerservice, eine effiziente Vernetzungs- und Prozessstruktur oder um den Ausbau einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur handelt, es sind grundlegende Handlungsfelder für eine digitale Infrastruktur.
Leitlinien wie Bürgerfreundlichkeit, Effizienz, Vernetzung und Nachhaltigkeit werden in der Vorlage besonders hervorgehoben. Es sind ebenso für uns von der SPD Fraktion tragfähige und zukunftsweisende Leitlinien, denen wir nur zustimmen können. Deshalb nehmen wir den Sachverhalt zustimmend zur Kenntnis.
Trotz unsere Zustimmung muss ich im Umkehrschluss aber auch betonen, dass die digitalen Anforderungen einer Bürgerverwaltung ein hohes Maß an Sicherheit, Datenschutz und Stabilität gewährleisten muss. Schließlich werden die Daten nicht zwangsläufig im Rathaus abgelegt, sondern in dezentralen Cloudsystemen hinterlegt. Staatlicher Datenmissbrauch darf es nicht geben. Die Bürger vertrauen und setzen darauf, dass ihre Daten weiterhin sicher verwahrt werden. Digitalisierung ist zwar nicht das Allheilmittel für eine effiziente und bürgernahe Verwaltung, da eine bürgernahe Verwaltung ebenso auch Menschen braucht, die sie trägt, weiterentwickelt und auch mit Leben füllt.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Für die SPD Fraktion: Jonas Scheid
05.01.2026 in Ortsverein
11.12.2025 in Kommunalpolitik
Gemeinderatssitzung, 08. Dezember 2025
TOP7: Umzug der Pestalozzischule
Persönliche Stellungnahme: Jonas Scheid
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Günes, verehrte Ratsmitglieder, verehrte Bürgerinnen und Bürger,
soeben haben wir von der Verwaltung den Baubeschluss und den damit verbundenen Umzug der Pestalozzischule nahegelegt bekommen. Wohlgemerkt war ich damals gegenüber dem Umzug der Pestalozzischule äußerst skeptisch eingestellt. Mich hatten heute wie damals die beschriebenen Vorzüge des Umzuges nicht gänzlich überzeugt, da ich unter anderem eine Konzentration unterschiedlicher Schularten mit unterschiedlichen Niveaus an diesem Standort als problematisch ansehe. Deshalb sehe ich weiterhin den Umzug kritisch, da die Ausstattung der Sonderschule hinsichtlich ihres pädagogischen Konzeptes nicht vollumfänglich erfüllt werden kann. Meine Einstellung darüber hat sich bis heute nicht geändert.
Den damals gefassten Beschluss habe ich notgedrungen akzeptiert, da sich der Gemeinderat für den neuen Schulstandort mehrheitlich ausgesprochen hatte. Infolgedessen war ich auch bereit, diesen Weg mitzugehen, auch wenn von meiner Seite die Bedenken gegenüber der Konzentration des Schulstandortes überwogen haben.
Mein damaliges Versprechen galt für die Sonderschule, ihr optimale Voraussetzungen und Standortbedingungen zu schaffen, die im Zuge des neuen Standortes überhaupt möglich sind.
So ist bereits die schlichte Bauweise einen räumlich schwieriger Kompromiss für eine eigene Schulform mit besonderen pädagogischen Anforderungen. So trägt der vorgegebene Gebäudezuschnitt wenig Spielraum zur Entfaltung des Schullebens bei und schränkt die schulischen Aktivitäten innerhalb des Gebäudetraktes stark ein.
Gerade die Sonderschule stellt binnendifferenzierte und pädagogische Anforderungen an die Schülerinnen und Schülern. Die Schule verlangt zudem ein hohes Maß an Feingefühl an sie. Meiner Meinung nach benötigt diese Schulart einen eigenen und unabhängigen Ort des Lernens, insbesondere für verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler. Um dies zu gewährleisten, braucht es Räume und Angebote, in denen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte einerseits frei und offen bewegen können und andererseits auch abgeschiedene Orte, an denen sie unter sich sein können. Die Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Problemlagen benötigen besondere Aufmerksamkeit und Ansprache als Kinder und Jugendliche anderer Schulformen. Aufgrund des Beschlusses ermahne ich deshalb die Verwaltung, darauf ein Auge zu behalten und diese Entwicklungen genau zu beobachten.
Im weiteren Verlauf der Umzugsplanungen wurde von Seiten der Verwaltung jedoch das Jugendzentrum in die Raumplanung miteinbezogen, weshalb nun das JukiZ angrenzend an die Sonderschule im gleichen Stockwerk angesiedelt wurde.
Die Mitbenutzung durch das JuKiZ verstärkt nun meine anfangs erwähnte Schwierigkeiten und verschärft meines Erachtens die Raumsituation für die Sonderschule weiter ein, die aufgrund des bevorstehenden Ganztagsangebots der Grundschule ohnehin schon Bereitschaft zeigen und schlussendlich auch akzeptieren musste, sich mit dem Umzug zu arrangieren.
Die Verwaltung verspricht sich durch die gemeinsame Nutzung von Sonderschule und JuKiZ im gleichen Gebäude Synergieeffekte, etwa durch ortsansässige Schulbetreuung oder Schulsozialarbeit. Das klingt zwar vordergründig logisch, ist für die Sonderschule in der Praxis jedoch nicht zwingend praktikabel.
Von meiner Seite verstärkt es die Befürchtungen, dass die gut gemeinte Mischnutzungen zu praktischen Problemen und Abstimmungsschwierigkeiten untereinander führen wird, die das pädagogische Arbeiten der Pestalozzischule auf längere Sicht stört. Außerdem schränkt die ständige Präsenz des JukiZ durch die räumliche Aufteilung die über viele Jahre entwickelten Angebote der Sonderschule weiter ein.
Vielleicht mag es für das Organisationsteam des JuKiZ ebenfalls ein Vorteil sein, an diesem Standort ihre Aktivitäten nachzugehen, jedoch werden auch sie räumlich begrenzt sein. Die Ausstattung des JuKiZ werden am neuen Standort ebenfalls verringert. Das Jugendzentrum sehe ich deshalb an einem anderen Ort in der Gemeinde. Wünschenswert ist für mich ein unabhängiger Ort, der sich vom Schulbetrieb und dessen Alltag loslöst, so dass die Kinder und Jugendliche nicht im Dunstkreis der Schule ihre Freizeit verbringen müssen.
Ebenso habe ich grundlegende Bedenken zur vorliegenden Beschlussfassung. Aus meiner Sicht müssten die Beschlüsse getrennt gefasst werden: zum einen über den Umzug der Sonderschule und zum anderen über die Platzierung des JuKiZ am Standort der Sonderschule. Hier sehe ich eine unglückliche Vermischung, weshalb ich diesem Beschluss in der vorliegenden Form nicht zustimmen werde.
Wie ich bereits eingangs erwähnt habe, ist es mir ein Anliegen, der Pestalozzischule möglichst optimale Standortbedingungen zu schaffen, die so nicht mehr erfüllt werden können. Für mich persönlich bedeutet dies, dass ich mich enthalten werde. Meine Bedenken bestehen über den heutigen Abend weiter. Daran ändert auch die Argumentation über mögliche Synergien der Verwaltung an diesem Abend nichts. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Unser Bundestagsabgeordneter.
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